Und es ist schwierig, in einem Land etwas
zu ändern, in dem die Kirche so viel Macht hat wie hier. 85
Prozent der Menchen glauben römisch-katholisch. Die Kirche
beeinflusst den Alltag und das Staatswesen, und das heiBt:
Die Abtreibung ist verboten. So ziemlich jede
Verhütungsmethode auBer Knaus-Ogino gilt als Sünde. Die
Scheidung wird nicht nur von der Kirche untersagt, sondern
auch vom Staat.
In Sheilas Welt kommt der Staat nicht vor,
weder als jemand, der Ehen schlieBt, noch als jemand, der
Verhütungsmittel empfiehlt. Aber Regeln und Gesetze gibt es
schon. Natürlich ist sie kein Flittchen. Sie leben ja jetzt
wie Mann und Frau, der Junge mit den hübschen Augen und sie,
zusammen mit Sheilas Familie. Sie blickt mit Befremden auf
das Befremden der Besucher. Sie werden ein Haus haben.
Sheila lächelt. Sie schaukelt ihren Sohn.
Ist es nicht zum Verzweifeln, Doktor? Was
sagt man jemandem wie Sheila, diesem Kind mit einem Kind?
Nicht so einfach, das alles. Jedenfalls
nicht so einfach, wie sich Junice Melgar as damals dachte,
in den siebziger Jahren in Manila an der Universität. Das
war die Zeit, als die Elenden in Massen in die Metropole
strömten und ihre Pappkartonstädte bauten, so wie in Apelo,
wo vorher nur eine Müllhalde war. Es war die Zeit des
Diktators Marcos, der 1972 das Kriegsrecht verhängt hatte,
jede Opposition blutig niederschlug und sich vor allem damit
beschäftigte, das Land auszuplündern. Es war lie Zeit
Imeldas, die im Glitzerkleid die "Mutter des
philippinischen Volkes" gab und mit dafür sorgte, dass
die Beute des Marcos-Clans und seiner Kumpane auf etliche
Milliarden Dollar wuchs; ihre Beute verteidigt sie eisern
bis beute.
Aber es war aucb die Zeit von Leuten wie
Junice, von Studenten, die Rebellion im Kopf batten und
Traüme von einer beseren, sozialeren Republik.
Junice Melgar ist eine sti1le Gestalt von
42 Jahren, die tuberkulöse Kinderkörper abhorcht und
Frauen berat, die befürchten, dass nach dem sechsten Kind
noch ein siebtes kommt. Rund 300 Patienten suchen ieden
Monat Hilfe in der Station, die auch "Likhaan"-Klinik
heiBt; das ist Tagalog, die Muttersprache der meisten
Filipinos, und heiBt "Phantasie". Und die ist
bitter nötig. Denn dass vom Präsidentenpalast so etwas wie
Fortschritt ausgehen könnte, glaubt kaum jemand im Slum.
Von einem Bretterverschlag in Apelo aus
betrachtet, hat sich nicht viel verändert seit 1986, als
die "People's Power" den Diktator Marcos ins Exil
verjagte. Cory Aquino kam an die Macht, die Witwe des
ermordeten Oppositionspolitikers Benigno Aquino, die viel
versprach und wenig hielt. General Ramos folgte, ein Ex-Kompagnon
des Marcos-Clans, und versuchte ein paar Reformen, doch auf
halbem Weg war Schluss. Bisher hat keine Regierung gewagt,
was so viele versprachen: eine echte Landreform. Und keine
hat sich getraut, der Kirche zu trotzen mit einer
landesweiten Kampagne für Pille und Kondom.
Auf solche Wunder wartet Doktor Melgar
nicht mehr. Sie sieht andere Wunder, kleine "wahnwitzige
Erfolge": Dass Frauen in Apelo funf Pesos Beitrag
zusammenkratzen, um Mitglied zu werden in der
Gesundheitskooperative "Likhaan". Für alles wird
bezahlt, Behandlung, Medikamente, und das, sagt Junice
Melgar, sei besser so: "Wenn die Leute nichts dafür
geben müssten, wurden sie glauben, was sie bekommen, sei
nichts wert."
Es dauert, bis eine verlegen lachende
Frau, die zum ersten Mal den Schritt in die Klinik wagt, zu
einem selbstbewussten Wesen wird, das nach der Pille fragt.
Vieles steht dem entgegen: Die philippinische Macho-Gesellschaft,
die von Männern verlangt, möglichst viele Kinder zu zeugen,
Söhne zumal. Die Tradition, die den Filipinas vorschreibt,
das in Ordnung zu finden. Der Aberglaube, der schreckliche ,
Dinge prophezeit: Wenn Frauen die Pille nehmen, so wird
erzählt, dann verlieren sie die Lust.
Und die Kirche, naturlich. Die sowieso.
Also ",sagt Felicidad Villareal, ehemals Nonne, ehemals
Untergrundkämpferin, jetzt Staatssekretärin im
Sozialministerium, "es gibt viel zu viele Leute, die
Angst haben vor der Kirche. Und Angst vor ihrem eigenen
Schatten haben sie auch".
Naturlich ist es nicht nur die Kirche. Es
ist auch dieses verdammte, korrupte, statische Land, in dem
sich nichts ändern will, in dem jedes dritte Kind unter
fünf Jahren zu wenig zu essen hat, in dem die Wirtschaft
ein bisschen, das Pro-Kopf-Ein-kommen aber uberhaupt nicht
wächst, in dem Arme arm bleiben und Reiche reich. Dieses
Land, das von den Spaniern, den Amerikanern, den Japanern
beherrscht wurde und dann von der eigenen Elite, die in den
Kolonisatorenzeiten herangezüchtet worden ist -jene 20
GroBgrundbesitzer-Clans, die das Land noch immer im Griff
haben und jede Veränderung verhindern, die ihren Status
ernsthaft bedroht.
Das alles wissend, aber nicht sagend,
betont die Staatssekretärin, dass sie "auf
Fortschritte hofft", dass es "schon schlimmer
gewesen ist", und sie weiB ja tatsächlich, wovon sie
spricht.
Man sitzt in einem dieser feinen Cafes, in
einem dieser feinen Hotels im Distrikt Makati, wo Manila
Manhattan spielt oder Hongkong. Es empfängt Felicidad
Villareal, eine füllige Erscheinung um die 60, die gem
redet und lacht, und sie berichtet von einem sehr
eigenwilligen Umgang mit Macht. Politik, sagt sie, sei etwas
Sonderbares in ihrem Land. Also damals zum Beispiel, es muss
1970 gewesen, sie war noch Ordensschwester und organisierte
gerade im Kloster eine Demonstration, da klingelte das
Telefon, Imelda war dran, und ...Imelda?
Nun ja, man kannte sich, die Villareals
sind auch so eine wichtige Familie. Wie gesagt, Imelda
Marcos rief an, sie wusste nichts von der Demo, sie weinte,
sie hatte Sorgen, ihr Mann ging fremd mit dieser
Schauspielerin Dovie Beams, die CIA habe das Mädel auf ihn
angesetzt, sagte er seiner Frau, und Imelda wiederum…
Das also ist diese ehemalige Kirchenfrau,
die jetzt fur Estradas Regierung arbeitet und eigentlich
dasselbe will wie die Leute von der UNFPA: "gender
power". Das heiBt: Macht für die Frauen.
Eine seltsamer Mensch, diese
Staatssekretärin, die damals Nonne wurde, weil das gute
Leben so langweilig war. Die es bis zur Äbtissin brachte in
einem kleinen Orden, bis sie in den blutigen siebziger
Jahren die Entdeckung machte, dass die Welt ungerecht war.
So kämpfte sie mit Studenten und Bauern, tauchte ab, suchte
den Weg zurück in die Gesellschaft und wurde aufgenommen in
Gnaden, sie war ja nicht irgendwer, mit dieser Familie. Und
weil sie nicht irgendwer war, entschied sie sich für das,
was viele in der Familie betrieben: Politik.
Manchen erschien es als Verrat, dass sie
fur Marcos arbeitete, in der "Commission on
Population", weil die, so sagt sie noch heute, "etwas
Sinnvolles tat". Kliniken einrichten. Die Pille
ausgeben. Imelda persönlich war Schutzherrin des Programms,
weil auch der , Marcos-Clan begriffen hatte, dass seine
"Neue Gesellschaft an sich selbst ersticken würde,
wenn sie weiter so wuchs. Und weil die Uno einsprang, 1969
schonseit damals ist UNFPA auf den Philippinen aktiv,
zusammen mit anderen Geldgebern wurden bisher rund 500
Millionen Dollar für da Bevölkerungsprogramm aufgebracht.
Es trug dazu bei, dass die Fruchtbarkeitsrate nicht mehr 6
Kinder pro Frau beträgt wie 1973, sondem 3,62.
Und jetzt? Jetzt hat Villareal einen
Präsidenten als Chef, der unkluge Dinge zum Thema
Kinderreichtum sagt und der selbst el dafur bekannt ist,
dass er sich gem vermehrt. Er hat mindestens zehn Kinder mit
mindestens vier Frauen und prahlt auch noch damit, "dass
viele Frauen stolz wären, mir ein Kind zu gebären".
Immerhin: Der Präsident macht
Fortschritte. Jetzt hat die Asian Development Bank erklärt,
dass die schlechte Geburtenpolitik eine "emsthafte
Behinderung fur die wirtschaftliche und soziale Entwicklung"
der Philippinen sei. Seitdem sagt auch Estrada, dass das
Bevölkerungs-wachstum "zu einem Problem wird",
und gab bekannt: "Knaus-Ogino funktioniert nicht. Es
ist so schwierig, den Trieb zu kontrollieren." Eine
Lösung werde gefunden, "mit der Hilfe unserer Kirche".
Aber meint er das ernst, der
Schauspieler-Präsident? Die Kirche hat Übung darin,
Fortschritte zu blockieren. Und sie ist auf allen Ebenen der
Politik präsent.
Im Senat sitzt Francisco Tatad, der dem a
reaktionären Katholikenclub Opus Dei angehört, und er hat
es immer wieder fertig gebracht, staatliche Ausgaben für
Familienplanung zu sabotieren. Der Gouverneur der Provinz
Laguna, der sich zur Anti-Abtreibungsfront
"Pro-Life" bekennt, hat moderne Verhütungsmittel
verboten in den Hospitälern, die der Provinzregierung
unterstehen. Zwei weitere Gouverneure und der Burgenneister
der City of Manila haben dasselbe getan.
Es gibt den charismatischen Kardinal Sin,
der immer für Menschenrechte und immer gegen
Verhutungsmittel gekämpft hat, der wie kein anderer
Kleriker bestimmt, was eine Regierung sich leisten kann und
was nicht. Und noch immer gibt es Priester wie Pater
Cornelio Moral, der seinen Gläubigen in den Slums von
Manila Keuschheit verschreibt: "Wenn eine Mutter von
funf Kindern mir sagt, sie will Verhutungsmittel benutzen,
dann sage ich ihr: Deine Methode sei die Selbstkontrolle,
und dein Blick sei gerichtet auf das Leben Christi als
Inspiration."
Die Philippinen, schreibt der
Schriftsteller Francisco Sionil Jose, haben " über 300
Jahre im spanischen Konventsmief verbracht und 50 Jahre
unter dem Joch Hollywoods gelebt". Spanien hinterlieB
die Katholikenmoral, Amerika seine Sprache, Fabriken und
Kino-Truume, und wer damit aufwächst, kennt viele Arten von
Moral, aber bestimmt nicht diejenige, die sich die
Popsängerin Geri Halliwell für die Schwestern auf den
Philippinen wunscht: die "Selbstbestimmung uber den
Körper". Fur Mädchen wie Ava wirkt sie fremd, diese
Idee. Kann man an so was glauben?
Ava Daireen ist 19, schmal und schuchtern
und eines der Madchen, die im " Teenage Health"
Center der Stadt Cavite lernen sollen, wie man moglichst
lange ohne Schwangerschaft durchs Leben geht. Mädchen in
weiBen Blusen, schamhaft kichemd allesamt; die Präsidentin
der "Stiftung Jugendentwicklung" ist da und fragt
ihre Lektionen ab:
"Was macht ihr nicht mit einem Jungen?"
"Mehr als küssen."
"Wo geht ihr nicht allein mit ihm hin?"
"An den Strand. Ins Kino. Zu ihm. Allein ins Zimmer,
bei uns."
" Was ist Sex?"
"Sex ist schwanger werden. Unmoralisch sein."
"Richtig. Ihr könnt Handchen halten. Das ist Sex genug
für euch."
Wenn ein Mädchen allein mit einem Jungen
spazieren geht, wenn der lunge zudringlich wird und das
Mädchen schwanger, dann heiBt es: Sie hat es so gewollt.
"Was wünschst du dir, Ava?"
"Karate."
Die Sache ist so: Ein Mädchen wie . Ava
darf nicht allein mit einem Jungen in einem Zimmer sein.
Aber jeden Tag arbeiten gehen in der Elektronikfabrik, 185
Pesos verdienen und der Familie abliefern und sehr oft
nachts, in der Dunkelheit urn elf, nach Hause gehen -das
darf sie schon. Nachts hat sie oft Angst. Deshalb Karate.
Wir müssen das Leben verändem",
sagt die Staatssekretärin Villareal. "Nicht nur
Kleinkram.Sonst wird das nichts. Niemals."
Es genügt eben nicht, Pillen und Spiralen
und Präservative zu verteilen. Sicher, es ist schon ein
Erfolg, wenn jetzt rund drei Millionen Frauen in Umfragen
erklären, sie würden gem weniger Kinder bekommen. Die muss
man schleunigst mit Material versorgen, das ist klar. Aber
Mädchen wie Ava oder Sheila Buzon sind invielen
Versorgungsprogrammen nicht vorgesehen, aus Angst vor der
Kirche. Fast 200000 Teenagerschwangerschaften werden pro
Jahr bekannt, und es sind sicherlich viel mehr. In groBen
Familien ist so etwas leicht zu verbergen. Da fällt es
nicht auf, ob das neue Baby von der Mutter oder von einer
der Töchter stammt.
Es wird dauem, bis das Ideal der "selbst-
bestimmten Fruchtbarkeit" erreicht ist. "Solange
sich in der Verteilung von Besitz und Macht nichts andert",
sagt die Staatssekretärin, "wird alles Stuckwerk
bleiben. "
"Geld" heiBt das magische Wort.
"Income generating project" heiBt es auch; ein
soziologischer Ansatz, den Villareal aus Erfahrung kennt,
seit sie in den frühen achtziger Jahren
Entwicklungshelferin in China und Indonesien war. In manchen
Dörfem und Vierteln von Manila hat er die Welt auf den Kopf
gestellt.
Dort sitzen Frauen plötzlich wichtig
Entscheidungsgruppen herum und kriegen Kredite, erst von
UNFPA, dann von echten Banken, die begriffen haben, was auch
die Weltbank weiB: Dass Frauen zuverlässiger zurückzahlen
als Männer, mit einer Wahrscheinlichkeit von 98 Prozent.
Sie züchten Schweine, trocknen Fische,
richten Läden ein oder kaufen Motorrad-taxis, im Slum von
Apelo beispielsweise in Jetzt fahren die Männer in ihrem
Auftrag darin Kunden durch die Stadt. "Das hilft",
sagt Doktor Junice Melgar. "Jetzt müssen die Manner
netter zu ihnen sein."
Es hilft offenbar wirklich. Es ist langsam
und mühsam und der einzige Weg, das Leben dauerhaft zu
verändem. "Wer Geld hat", sagt Dolores Porto,
neuerdings FuBmattennäherin im Dorf Malvar, "hat Macht."
"Wer einen Job hat", sagt Marides Labarientos in
San Fabian, 28, ein Kind, "kann es sich nicht leisten,
dauemd it schwanger zu sein. "Wer etwas sparen kann
für die Zukunft, muss nicht mehr glauben, dass moglichst
viele Kinder die Rettung seien. Sie sind es ja nicht. Und
was mit den Überzähligen geschieht, das sind Geschichten,
die keiner gem erzählt.
Die haben eine Tochter in Hongkong. "
Oder in Riad oder Mailand oder in Berlin. Oft hört man das,
in armen; Regionen wie Mindanao, Cebu oder nördlich von
Manila, und es heiBt: Sie haben ein bisschen Geld.
Die wichtigste Exportware der Philippinen
ist der Mensch. Rund acht Milliarden Dollar bringen die 4,2
Millionen "Overseas Workers" ihrem Land jährlich
ein, die meisten sind Frauen: Kindermädchen,
Krankenschwestern, Huren. In Singapur verdient ein
Kindermädchen viermal So viel wie eine diplomierte Biologin
in Manila. Das genügt, urn die Angst vor Misshandlung zu
verdrungen, die seit dem Drama urn Sarah Balabagan und Flor
Contemplacion öffentlich geworden ist: Sarah, die 1994 in
Notwehr ihren arabischen Dienstherrn erstach und nur durch
eine weltweite Kampagne vor der Hinrichtung bewahrt wurde.
Flor Contemplacion, der dasselbe in Singapur passierte und
der niemand half. Sie wurde gehängt.
Wo viele Kinder sind, sind viele Kinder zu
viel, und so bleibt nur die Auswanderung für diejenigen,
die kleine Geschwister zu ernähren haben, oder für die,
die zu Hause niemand will.
Viele stranden schon in Manila. Man findet
sie abends, auf dem spärlich erleuchteten Platz bei der
Malate Church. Und während die Familien in der Provinz noch
glauben oder glauben wollen, die Tochter sei Be- dienung bei
McDonald's, verkauft das Mädchen seinen Korper an
japanische oder deutsche Touristen oder an Munner aus dem
eigenen Land. "Sie gehen erst zur Kirche", sagt
Dana, die dort als Zuhälterin verdient. "Dann kommen
sie zu uns."
Nachts patrouilliert sie durch das Viertel,
vermittelt Freier an Mädchen und scheucht die Kleinen vom
Platz, die Zehnjährigen, ab, weg auf den Kinderstrich, die
sind hier nicht erwünscht. Sonst kommt womoglich nicht nur
die Stadtpolizei, die sich notfalls mit 150 Peso Bestechung
zufrieden gibt, sondern die etwas emsthaiter ermittelnde
nationale Polizei.
Dana ist auch so ein Exportartikel, ein
überzähliges Kind. Fünf Jahre lang sang und hurte sie in
einer jarche panischen Karaoke-Bar, kam zurück zum
StraBenstrich und hatte das Anschaffen satt. Jetzt ist sie
Mitte 30 und Geschäftsfrau geworden. Zuhälterin, ja sicher,
aber noch viel mehr: "Ich bin ein Kaufhaus."
"Macht 200 Pesos", sagt sie und
zieht ein Schulheft aus ihrem Rucksack. "Plastikschuh.
Plüschhund. Unterhosen", steht da auf eng
beschrifteten Seiten. Dana ist ein Einpersonen-Income-Project,
selbst gegründet, selbst finanziert. Sie beschafft Waren
aller Art für die Huren, die keine Zeit dazu haben; sie
will aussteigen aus dem Zuhälterjob und was Richtiges
werden, "Unternehmerin", sagt sie. "Weil das
ein ScheiBleben ist. Weil ich", sie kramt im Rucksack,
" weil ich die da hab", man sieht ein Foto mit
vier Kindem, "und ich will nicht, dass die nach Japan
gehen. Die werden mal Doktor. Oder reich."